Intendanz

   Seit 2007 leitet Peter Nüesch die Burgfestspiele Mayen. Nachfolgend eine Biografie unseres
   Intendanten:

1949-1972 am 16. September im Sankt Galler Rheintal geboren, wo ich eine traumhafte Kindheit verbrachte, die vorwiegend aus dem Stoff bestand, der heute leider immer mehr abhanden kommt: Phantasie, Es folgte der unumgängliche Schritt über die Schwelle des Schulhauses. wo ich so gerne war, daß ich

1964 die Aufnahmeprüfung am Lehrerseminar Rorschach machte, um zuerst einmal einen "anständigen" Beruf zu erlernen- Soweit die Meinung meines Vaters, der ich heute voll und ganz zustimme, erlebte ich doch dadurch von

1968-1972

eine herrliche, erlebnis- und erfahrungsreiche Zeit als Lehrer. Die ersten vier Jahre in Nesslau, wo ich, dem Pochen des Theaterblutes folgend, jedes Jahr ein Kindermusical schrieb und mit über 200 Schülern in Szene setzte. Dann


1972-1974 übernahm ich als Klassenlehrer eine Versuchsklasse schwererziehbarer Mädchen im Töchterheim Hirslanden in Zürich, wo das Theaterspiel zum Hauptbestandteil des Unterrichts, und somit zur wirkungsvollen Therapie wurde.

1975 Gewappnet mit einem Bündel an Ernährungen war die Zeit reif für meine zweite große Liebe, das Theater. Ellen Widmann und Karl Wagner brachten mir das Laufen und Sprechen bei, nebenher waren Pantomime. Steppen und Jazzdance nicht nur Pflicht, sondern das reinste Vergnügen. Mein Lehrer schubste mich so nebenbei ins Zürcher Kleintheater "Theatralli", dessen Leitung ich

1976 übernahm. Mit welcher Leidenschaft und Begeisterung ich auch bisher Lehrer war, die Leidenschaft Theater war stärker. Auf dem Programm des "Theatralli" standen Stücke und Theaterspielplatznachmittage für Kinder und Jugendliche, Komödien und kabarettistische Produktionen, Revuen und mein erstes Soloprogramm "Cabriete".

1977 hatte ich das dringende Bedürfnis, mich weiterzubilden und dazuzulernen, Mein erstes Vorsprechen endete mit einem Vertrag beim Theater 58 in Zürich, mit dem ich zwei Jahre durch die Lande zog. Dabei wurde mein Horizont nicht nur in Sachen Spielen erweitert, war ich doch auch Elektriker, Bühnenarbeiter, Maskenbildner und Putzmann, es war eine wundervolle, harte und gesamtheitliche Grundausbildung, Auf die stets wiederkehrende Frage: Wie lange waren Sie in Deutschland? wollte ich eine Antwort geben können, das Marburger Schauspiel bescherte mir gleich acht große Rollen in einer Spielzeit. Eine neue Aufgabe fand ich

1980 am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo ich als Mitarbeiter des Kinder- und Jugendtheaters ein arbeitsreiches und phantastisches Jahr als Schauspieler, Regisseur, Texter, Animateur und Präsentator von Kinderkonzerten erlebte.
Die ganze vielfältige Palette Theater wollte ich ausprobieren, das Stadttheater Ingolstadt bot mir

1980 zusätzlich neben dem komödiantischen Charakter die Gelegenheit, das Musicalfach kennenzulernen, ein eigenes Mitspielstück aufzuführen und mein zweites Soloprogramm "Monogramm" zu starten. Jetzt fehlte noch die Operette in meinem Repertoire, das Pfalztheater Kaiserslautern wollte die Lücke ausfüllen, so unterschrieb ich

1983 einen Vertrag als Spielleiter und Schauspieler; es wurden sehr kreative und turbulente Jahre, durch die ich mich spielte, tanzte und sang. Dabei rückte die Regiearbeit immer mehr in den Vordergrund.

1986 Die Lust an der Arbeit mit Menschen, der Spaß, Phantasie in Bilder umzusetzen, die Freude am Suchen noch unentdeckter Möglichkeiten, das Bedürfnis nach Vielseitigkeit, gipfelten im Zusammenstellen und Inszenieren von Revuen. ("Das war's!" / "Es tickt ganz leis'..."/ "Die unendliche Wende" usw.)

1987 war mein erstes Jahr als freischaffender Künstler, neben vermehrten Auftritten in Funk und Fernsehen, Inszenierungen an verschiedenen Theatern, Gastspielen, verwirklichte ich viele Projekte als ständiger Gast am Pfalztheater Kaiserslautern. Immer auf der Suche nach Neuem, nach Herausforderungen, war es nur folgerichtig und logisch, ein eigenes kleines Haus mit einem auf Vielseitigkeit ausgerichteten Programmangebot zu eröffnen.

1990 Am 28. Juni öffnete sich zum ersten Mal der Vorhang im Regensburger Turmtheater. Als Schauspieler, Regisseur und Autor habe ich hier eine Insel gefunden, wo Phantasie, Spaß und Spontaneität die farbigsten Blüten trugen.

1997 Nach siebenjähriger Leitung des mehr als erfolgreichen Turmtheaters wurde das Bedürfnis nach mehr Raum und mehr Möglichkeiten so groß, dass es nur folgerichtig war, dem Ruf des Theaters an der Rott in Eggenfelden zu folgen, dem einzigen Landkreistheater Deutschlands, gegründet 1964, seither unter der Intendanz von Adi Fischer gewachsen zum Mehrspartenbetrieb mit mindestens 10 Neuinszenierungen pro Spielzeit in Oper / Operette / Musical / Revue / Schauspiel und Kindertheater. Meine primäre Aufgabe als neuer Intendant bestand vordringlich darin, dem vor allem altersbedingten Zuschauerschwund durch Mobilisierung der Jugend und Mittelschicht entgegen zu treten, was vor allem durch die starke Belebung der Sparten Musical, Revue und Schauspiel (Klassik und Moderne) hervorragend gelungen ist, unterstützt auch durch das pädagogisch und künstlerisch wertvolle Projekt: "Das Theater kommt in die Schule". Nachdem das von Landkreis, Bund und Stadt geförderte Haus wieder auf zukunftsorientierten Beinen sieht, wäre die Zeit reif für eine neue persönliche Herausforderung.

2002 Meine Liebe gehört dem vielseitigen, komödiantischen, musikalischen und beweglichen Theater. Dem Theater, das Emotionen zeigt und auslöst, dass mir, aber vor allem dem Publikum Spaß macht.